Beispiele & Vorlagen

Antrittsrede Beispiele

Zwei ausformulierte Antrittsrede-Beispiele: eine neue Teamleiterin in ihrer ersten Woche und ein neuer Geschäftsführer nach einem Führungswechsel. Mit Analyse, warum jede Rede trägt.

Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2026

Zwei komplette Antrittsreden, beide rund vier Minuten, beide für den Moment, in dem eine neue Führungskraft zum ersten Mal vor allen steht. Die Namen sind erfunden, die Situationen typisch. Nach jeder Rede steht, warum sie funktioniert. Den Aufbau dahinter erklärt die Seite Antrittsrede als neue Führungskraft.

Beispiel 1: Die neue Teamleiterin stellt sich dem Team vor

Situation: Teamrunde in der ersten Woche, zwölf Leute, die Teamleiterin kommt von außen, das Team hatte drei Führungswechsel in zwei Jahren.

Guten Morgen zusammen. Ich bin Anna Roth, seit Montag eure Teamleiterin. Das hier ist mein vierter Arbeitstag, und ich halte diese Rede bewusst in meiner ersten Woche: Ihr sollt von mir hören, wie ich ticke, bevor der Flurfunk das für mich übernimmt.

Kurz zu mir: Ich habe elf Jahre im Kundenservice gearbeitet, zuletzt vier Jahre als Teamleiterin bei einem Versandhändler in Osnabrück. Dort habe ich gelernt, dass ein Team von zwölf Leuten mehr über die eigenen Abläufe weiß als jede Beraterin, die man einfliegen lässt. Deshalb bin ich hier erst mal Zuhörerin. Privat: zwei Kinder, ein alter Hund, und ich verliere ungern beim Kickern. Ihr werdet das nutzen können.

Ich will ehrlich sein, was Erwartungen angeht, in beide Richtungen. Was ich von euch erwarte: dass ihr mir sagt, was hakt, auch wenn es unbequem ist. Ich habe gestern schon gehört, dass die Schichtplanung seit dem Frühjahr ein Dauerthema ist. Genau solche Sachen will ich von euch wissen, direkt und mit Beispiel. Was ihr von mir erwarten könnt: Ich entscheide zügig, ich erkläre meine Entscheidungen, und wenn ich falsch lag, sage ich das genauso deutlich. Und was ihr von mir nicht erwarten könnt: dass in den nächsten Monaten alles bleibt, wie es ist. Ich weiß heute noch nicht, was sich ändern wird. Ich verspreche euch aber, dass ihr Änderungen zuerst von mir erfahrt und dass ich sie begründe.

Konkret passiert jetzt Folgendes: In den nächsten drei Wochen führe ich mit jeder und jedem von euch ein Einzelgespräch, 45 Minuten, die Einladungen kommen heute raus. Ich stelle Fragen, ihr redet. Wenn euch ein Termin nicht passt, verschiebt ihn, aber lasst ihn nicht ausfallen. Am 28. stelle ich in der Teamrunde vor, was ich verstanden habe und wo ich genauer hinschauen will. Bis dahin treffe ich keine Grundsatzentscheidungen.

Eine Sache noch. Mir ist klar, dass ihr in zwei Jahren drei Teamleitungen erlebt habt. Ich würde an eurer Stelle auch erst mal abwarten, ob die Neue bleibt. Das Abwarten kann ich euch nicht abnehmen, das Prüfen schon: Nutzt das Einzelgespräch, sagt mir die unbequemen Sachen, und in drei Monaten schauen wir gemeinsam, was ich davon angepackt habe.

Danke euch. Um zwölf stehe ich mit Butterbrezeln in der Küche, wer mag, kommt vorbei.

Warum diese Rede funktioniert: Die Teamleiterin benennt die Lage, statt sie zu übertünchen: drei Führungswechsel in zwei Jahren, Skepsis ist der Normalzustand. Sie macht sich prüfbar mit Terminen (Einzelgespräche, der 28., drei Monate) und trennt sauber zwischen dem, was sie verspricht, und dem, was sie heute noch gar nicht wissen kann. Das Detail Schichtplanung beweist, dass sie schon zugehört hat, bevor sie geredet hat. Und die Butterbrezeln holen die Rede vom Podium zurück in den Alltag.

Beispiel 2: Der neue Geschäftsführer vor der Belegschaft

Situation: Betriebsversammlung nach einem Führungswechsel, 180 Mitarbeitende, der Vorgänger hat das Unternehmen 14 Jahre geführt.

Guten Tag zusammen. Mein Name ist Jörg Brandt, ich bin seit dem 1. Juli Ihr neuer Geschäftsführer. Ich weiß, dass viele von Ihnen heute mit einer konkreten Frage hier sitzen, und die beantworte ich zuerst: Es gibt keine Pläne für einen Stellenabbau. Ich bin geholt worden, um dieses Unternehmen weiterzuentwickeln, mit den Menschen, die es aufgebaut haben.

Zu mir in drei Sätzen: Ich bin 52, Maschinenbauingenieur, und habe die letzten neun Jahre einen Zulieferer mit 300 Beschäftigten in Ostwestfalen geführt. Ich stehe morgens gern zuerst in der Fertigung, dann im Büro. Meine Frau behauptet, ich könne keine Halle betreten, ohne nach dem Wartungsplan zu schauen. Sie hat recht. Wer mich sucht, findet mich dort verlässlicher als im Kalender.

Zum Wechsel selbst: Herr Kaufmann hat dieses Unternehmen 14 Jahre geführt. Ein Wechsel an der Spitze verunsichert, das habe ich selbst als Angestellter zweimal erlebt. Ich kann diese Unsicherheit nicht wegreden. Ich kann Ihnen sagen, wie ich damit umgehe: mit Terminen statt mit Parolen.

Drei Zusagen. Erstens: Bis Ende September besuche ich jede Abteilung und jede Schicht, auch die Nachtschicht. Ich will sehen, wo gearbeitet wird, und hören, was Sie mir zeigen wollen. Diese Termine stehen ab morgen im Aushang, und sie werden nicht verschoben, auch nicht für die Bank. Zweitens: Am 15. Oktober stelle ich Ihnen an gleicher Stelle vor, was ich vorgefunden habe und welche Richtung ich vorschlage. Vorher treffe ich keine Grundsatzentscheidungen. Drittens: Ab nächster Woche gibt es alle 14 Tage eine kurze schriftliche Info von mir, auch wenn wenig zu berichten ist. Sie sollen Neuigkeiten zuerst von mir erfahren.

Was ich von Ihnen brauche: Sagen Sie mir die Wahrheit, auch die unbequeme. In meiner ersten Woche haben mir vier Leute erzählt, was hier alles gut läuft, und einer, wo es klemmt. Dieser eine hat mir am meisten geholfen. Mit dem Betriebsrat habe ich gestern den Anfang gemacht: Frau Sommer und ich treffen uns ab jetzt jeden ersten Dienstag im Monat.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, und ich weiß, dass dieser Satz in jeder Antrittsrede fällt. Deshalb hänge ich etwas dran: Fragen Sie mich am 15. Oktober, was aus Ihren Hinweisen geworden ist. Ich werde eine Antwort haben.

Vielen Dank. Und wer mir gleich noch etwas mitgeben will: Ich bleibe, bis die Kaffeekannen leer sind.

Warum diese Rede funktioniert: Der Geschäftsführer beantwortet die Stellenabbau-Frage im ersten Absatz, weil sie sonst jede weitere Minute überlagert. Er benennt die Verunsicherung nach dem Führungswechsel aus eigener Erfahrung als Angestellter, das nimmt ihm die Distanz des Neuen von oben. Drei Zusagen mit Daten (Ende September, 15. Oktober, der 14-Tage-Rhythmus) machen ihn überprüfbar. Die Mini-Anekdote mit den vier Lobrednern und dem einen Kritiker sagt mehr über seinen Führungsstil als jedes Bekenntnis. Und er rettet die abgenutzte Formel „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, indem er einen Messtermin dranhängt.

Das Muster hinter beiden Reden

Beide Reden folgen derselben Ordnung: Lage benennen, sich in drei Sätzen vorstellen, prüfbare Termine nennen, mit einem konkreten nächsten Schritt enden. Keine der beiden kündigt Umbauten an, beide kündigen Zuhören mit Datum an. Für deine eigene Fassung erklärt die Seite Antrittsrede als neue Führungskraft Struktur, Länge und die typischen Fehler; eloqole formuliert daraus die Rede für deine Situation.

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