Konferenzen & Start-ups

Elevator Pitch schreiben

Netzwerkabend, Messestand, die Schlange am Konferenz-Kaffee: „Und was machst du so?“ Du hast 60 Sekunden, bevor das Gegenüber weiterzieht. eloqole verdichtet dein Angebot auf einen Pitch, der ohne Folien funktioniert und eine Frage zurücklässt.

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Was ein Elevator Pitch ist

Ein Elevator Pitch ist eine Kurzpräsentation von 30 bis 90 Sekunden: dein Angebot, deine Geschäftsidee oder du selbst, erklärt in der Dauer einer Aufzugfahrt. Daher der Name — die Ursprungsszene ist der Aufzug, in dem ein Gründer zufällig neben der Investorin steht und genau bis zum achten Stock Zeit hat. Andere Namen für dasselbe Format: Elevator Speech oder Elevator Statement.

Der Pitch ist kein geschrumpfter Businessplan und kein Pitch Deck ohne Folien. Er hat ein einziges Ziel: dein Gegenüber so neugierig zu machen, dass es ein zweites Gespräch geben will. Verkauft wird später. Wer im Aufzug den Abschluss sucht, verliert beide — den Abschluss und das Gespräch.

Der Aufbau: fünf Bausteine

Ein überzeugender Elevator Pitch folgt einem Grundriss, der sich seit Jahrzehnten im Vertrieb bewährt:

1. Der Aufhänger. Ein Satz, der das Problem sichtbar macht — eine Zahl, eine Szene, eine Frage. „Jeden Tag fahren in Deutschland 150.000 LKW halb leer durch die Gegend.”

2. Die Lösung. Was du tust, in einem Satz ohne Fachjargon. Deine Nachbarin muss ihn verstehen.

3. Der Mehrwert. Was dein Gegenüber davon hat, konkret: gesparte Stunden, gesparte Kosten, gewonnene Kunden. „Besser” und „effizienter” zählen nicht, „40 Prozent weniger Leerlauf” zählt.

4. Das Alleinstellungsmerkmal. Warum du und kein Wettbewerber. Ein Grund reicht — der schärfste.

5. Die Handlungsaufforderung. Der Pitch endet mit etwas, das dein Gegenüber tun kann: eine Rückfrage, ein Terminvorschlag, eine Demo auf dem Handy. Ohne diesen Call to Action verpufft alles davor.

Musst du kürzen, streich zuerst Baustein 4. Aufhänger und Schluss bleiben immer.

Die richtige Länge: 30, 60 oder 90 Sekunden

Als Faustregel: 30 Sekunden sind etwa 75 gesprochene Wörter, 60 Sekunden etwa 150. Die 30-Sekunden-Version brauchst du für Zufallsbegegnungen und den Messestand, die 60-Sekunden-Version für Netzwerktreffen und Vorstellungsrunden, die 90-Sekunden-Version nur, wenn dich jemand ausdrücklich bittet weiterzureden. Übe alle drei — gekürzt wird vorher, nie beim Sprechen. Wer live kürzt, lässt erfahrungsgemäß den Schluss weg, also genau den Baustein, der das Folgegespräch auslöst.

Wo du den Pitch brauchst

Netzwerktreffen und Konferenzen. Der Klassiker. Zwischen Namensschild und Kaffeetasse entscheidet sich in einer Minute, ob deine Visitenkarte am nächsten Morgen noch etwas bedeutet.

Vorstellungsgespräch. „Erzählen Sie doch mal kurz von sich” ist eine Einladung zum Elevator Pitch in eigener Sache. Wer hier chronologisch den Lebenslauf nacherzählt, verschenkt die stärksten 60 Sekunden des Gesprächs. Die Selbstpräsentation folgt demselben Aufbau: Problem, das du löst, Beleg, Übergabe.

Investoren und Start-up-Events. Vor dem Pitch Deck kommt der Pitch. Viele Investoren entscheiden nach der ersten Minute, ob sie die restlichen 19 Folien sehen wollen. Für die lange Form gibt es den Investoren-Pitch als eigenes Format.

Vertrieb, Meetings und Kaltakquise. Auch das interne Meeting, in dem du dein Projekt in zwei Minuten vorstellen sollst, ist ein Pitch. Am Telefon hast du keine 60 Sekunden, sondern eher 20. Dieselben Bausteine, radikaler gekürzt: Problem, Lösung, Terminfrage.

Schriftlich. Die ersten zwei Sätze deines LinkedIn-Profils, deiner Website, deiner Kaltakquise-Mail sind ein Elevator Pitch in Textform. Wer den gesprochenen Pitch hat, hat die schriftliche Fassung fast geschenkt.

Das AIDA-Modell — nützlich, aber kein Skript

In vielen Ratgebern taucht das AIDA-Modell auf: Attention, Interest, Desire, Action. Als Prüfraster taugt es — hat mein Pitch einen Aufmerksamkeitsmoment, weckt er Interesse, macht er Lust auf mehr, endet er mit einer Handlung? Als Bauanleitung taugt es weniger, weil es aus der Anzeigenwerbung von 1898 stammt und nichts über Gespräche sagt. Schreib den Pitch entlang der fünf Bausteine und prüfe ihn danach mit AIDA. Andersherum entstehen Pitches, die klingen wie Werbespots.

Worauf es beim Formulieren ankommt

Der erste Satz nennt das Problem, nicht deine Jobbezeichnung. „Ich bin Gründer eines SaaS-Start-ups im Logistikbereich” beendet Gespräche. „Jeden Tag fahren in Deutschland 150.000 LKW halb leer durch die Gegend — wir füllen sie” öffnet eins. Dein Gegenüber soll nach zehn Sekunden das Problem sehen können.

Ein Bild schlägt drei Adjektive. „Innovativ, effizient, skalierbar” rauscht durch. Ein konkreter Vergleich bleibt: „Wie ein Steuerberater, der nachts um drei antwortet.” Bau in deinen Pitch genau ein Bild ein, das dein Gegenüber am nächsten Tag noch nacherzählen kann — daran wird man sich erinnern, wenn deine Visitenkarte längst in der Jackentasche verschwunden ist.

Ein Beweis macht aus Behauptung Substanz. Eine einzige Zahl reicht: 300 Kunden, 40 Prozent gespart, drei Monate Warteliste. Ohne Beweis klingt jeder Pitch nach Wunschdenken. Wenn du noch keine Kundenzahl hast, nimm die schärfste Zahl zum Problem.

Das Ende ist eine Übergabe. Der Pitch endet mit etwas, das dein Gegenüber tun kann: eine Frage („Wie läuft das bei euch?”), ein Angebot („Ich zeig dir das in zwei Minuten auf dem Handy”), ein nächster Schritt. Ein Pitch, der mit einem Punkt endet, endet wirklich — einer, der mit einer Übergabe endet, wird zum Gespräch.

Die häufigsten Fehler

Der Lebenslauf-Einstieg. Firmenname, Gründungsjahr, Teamgröße — alles Dinge, die dein Gegenüber googeln könnte, wenn es sich je für dich interessiert. Diese Minute soll das Interesse erst erzeugen.

Fachjargon als Kompetenzbeweis. „Wir orchestrieren API-first eine Middleware-Lösung” beeindruckt genau die Menschen, die deine Lösung schon kennen. Alle anderen nicken höflich und merken sich nichts.

Zu viele Details. Der Pitch soll eine Frage offenlassen. Wer alle Fragen beantwortet, nimmt dem Gegenüber den Grund, das Gespräch fortzusetzen.

Der auswendig gelernte Klang. Ein Pitch, der in Ton und Tempo wie abgespult wirkt, löst bei Zuhörern den Verkaufsschulungs-Reflex aus: Abstand. Struktur lernen, Wortlaut variieren, laut üben — auch vor der Kamera, das eigene Tempo unterschätzt jeder.

Ein Pitch für alle Zielgruppen. Die Investorin will Marktgröße hören, der Kunde gesparte Stunden, die Messebekanntschaft eine gute Geschichte. Gleiche Bausteine, anderes Ende.

Komplette, ausformulierte Beispiele mit Kommentar, warum sie funktionieren, findest du in unseren Elevator-Pitch-Beispielen.

So entsteht dein Pitch mit eloqole

Du beschreibst eloqole, was du anbietest, für wen und mit welchem Beweis. Daraus entstehen ausformulierte Pitch-Varianten für deine wichtigsten Gegenüber — Kunde, Investor, Netzwerkkontakt — jeweils exakt in 30, 45 oder 60 Sekunden. Du wählst, feilst nach und übst laut, bis der Pitch klingt wie beiläufig erzählt.

1

Erzählen

Stichworte, Namen, Momente — eloqole fragt gezielt nach, ungeordnet genügt.

2

Formen

Ton und Sprechzeit wählen. Die Gliederung stellst du um, bis sie passt.

3

Auftreten

Die fertige Rede lesen, verfeinern und im Teleprompter üben, bis sie sitzt.

Häufige Fragen

+Wie lang ist ein Elevator Pitch wirklich?

30 bis 60 Sekunden, das sind 75 bis 150 gesprochene Wörter. Alles darüber ist ein Monolog. eloqole schreibt auf die Sekunde — du stellst die Länge ein und siehst die Wortzahl.

+Wie baut man einen Elevator Pitch auf?

Fünf Bausteine: ein Aufhänger, der das Problem zeigt; deine Lösung in einem Satz; der konkrete Mehrwert; dein Alleinstellungsmerkmal; eine Handlungsaufforderung. Wer einen Baustein streichen muss, streicht zuerst beim Alleinstellungsmerkmal — nie bei Aufhänger oder Schlussfrage.

+Was ist die Elevator-Pitch-Methode?

Die Idee stammt aus dem amerikanischen Vertrieb: Überzeuge jemanden in der Dauer einer Aufzugfahrt von deiner Geschäftsidee. Daraus ist eine Übung geworden, die jedes Angebot auf den Kern zwingt. Wer sein Projekt nicht in 60 Sekunden erklären kann, kennt den Kern noch nicht.

+Was gehört in die 60 Sekunden?

Wen du wovon befreist, wie, und ein Beweis. „Ich helfe Handwerksbetrieben, ihre Angebote in 10 Minuten statt 2 Stunden zu schreiben — 300 Betriebe nutzen das schon.“ Vier Elemente, kein Wort Firmengeschichte.

+Soll ich den Pitch auswendig lernen?

Die Struktur ja, den Wortlaut nein. Wortwörtlich aufgesagte Pitches klingen nach Verkaufsschulung. Lerne den ersten Satz und die Schlussfrage exakt, den Mittelteil in Stichpunkten — dann bleibt er ein Gespräch.

+Brauche ich mehrere Versionen?

Mindestens zwei. Der Pitch für einen Investor endet anders als der für einen potenziellen Kunden oder einen möglichen Mitgründer. eloqole erstellt Varianten für verschiedene Gegenüber aus denselben Bausteinen.

+Darf ich Fachbegriffe verwenden?

Nur die, die dein Gegenüber garantiert kennt. Der Test — würde deine Nachbarin den Satz verstehen? Wenn du „API-first“ erklären musst, hast du deine 60 Sekunden schon verloren.

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